Von Zeit zu Zeit stößt man in Online-Diskussionen auf die Meinung, dass Dandy Horse Laufräder „aus zufälligen chinesischen Komponenten zusammengebastelt“ seien und unsere Bezeichnung als Hersteller eine Übertreibung sei. Manchmal hören wir sogar, dass man angeblich identische Laufräder auf beliebten asiatischen Portalen kaufen könne. Für viele mag die moderne, globalisierte Lieferkette in der Fahrradindustrie kompliziert erscheinen, was nicht selten zu Missverständnissen führt. Mangelndes Wissen hindert einige jedoch nicht daran, Kommentare zu verfassen, die die Realität völlig verzerren.
Bei Dandy Horse setzen wir seit jeher auf Fakten und volle Transparenz. Deshalb haben wir uns entschlossen zu erklären, woher die einzelnen Teile stammen, wie unsere Laufräder entstehen und warum es ein absolutes Missverständnis ist, sie mit billigen Alternativen gleichzusetzen.

Das weltweite Carbon-Zentrum: Warum Asien?
Das Zentrum der fortschrittlichen Kohlefaserverarbeitung befindet sich heute in Asien – hauptsächlich in China, Taiwan und Vietnam. Praktisch alle führenden Fahrradmarken der Welt, einschließlich derjenigen, die wir im World-Tour-Peloton sehen, lassen ihre Rahmen und Felgen genau dort produzieren. Daran ist nichts Kontroverses. Es sind gerade die asiatischen Fabriken, die heute über das fortschrittlichste Know-how verfügen, das die Möglichkeiten europäischer Zulieferer oft übersteigt.
Als interessantes Detail können wir verraten, dass wir einst mit einer Firma zusammengearbeitet haben, die den ehrgeizigen Versuch unternahm, Carbonfelgen in Polen herzustellen. Nach mehr als einem Jahr Prototypenbau scheiterte das Projekt jedoch. Die lokal hergestellten Felgen entsprachen nicht den Standards – sie waren zu schwer oder gaben den enormen Spannungskräften beim Einspeichen und Stabilisieren auf unserer pneumatischen Presse einfach nach.
Dandy Horse Felgen werden streng nach unserem Design in einer Fabrik in China hergestellt, die auch Marken wie Duke, Newmen oder Princeton Carbon Works beliefert. Wenn also jemand unsere Laufräder als „billige China-Kopien“ bezeichnet, müsste er den Löwenanteil der weltweiten Top-Fahrradausrüstung auf genau dieselbe Weise bezeichnen.

„Open Mold“ vs. „Private Mold“ – unser technologischer Vorsprung
Was den Markt tatsächlich in billige Alternativen und Premium-Laufräder unterteilt, ist das Design.
Vorgefertigte Rahmen- und Felgendesigns sind in den Katalogen asiatischer Fabriken weithin verfügbar. Solche Komponenten entstehen in sogenannten Open Molds, also frei zugänglichen Formen. Viele Händler wählen daraus einfach ein fertiges Produkt (ein gutes Beispiel ist die Marke Carbonda, die bewährte Rahmen unter dem Namen des Kunden anbietet) und versehen es mit ihrem eigenen Logo. Ein etwas höheres Niveau ist die Beauftragung einer Form nach eigenen Spezifikationen, die jedoch zur Senkung der Produktionskosten mit der Zeit ohnehin in den allgemeinen Fabrikkatalog aufgenommen wird und für andere zugänglich ist.

Wir haben noch einen anderen Weg gewählt: Wir setzen auf geschützte Formen, sogenannte Private Molds. Was bedeutet das in der Praxis?
- Wir haben unsere eigenen Produktionsformen, an denen wir die exklusiven Rechte besitzen.
- Unsere Felgen sind einzigartig – Sie werden sie nicht auf AliExpress oder in irgendwelchen Open-Mold-Katalogen finden.
- Die Konstruktion unserer Profile erforderte die Einbindung eines Aerodynamik-Spezialisten, der sich beruflich mit dem Design von Außenhautkomponenten für Flugzeuge und Drohnen befasst. Dadurch haben wir die Gewissheit, dass die aerodynamischen Eigenschaften unserer Felgen durch Forschung belegt sind.

Wer ist in einer globalisierten Welt ein Hersteller?
Die Frage, was einen „polnischen“ oder „europäischen“ Hersteller ausmacht, weckt regelmäßig Emotionen. Es lohnt sich jedoch, dies umfassender zu betrachten: Jeder in Europa hergestellte Carbonrahmen wird ohnehin aus importierter (meist japanischer) Kohlefaser gefertigt. Jeder in Polen gelötete Stahlrahmen entsteht aus ausländischen Rohren, und in jede hierzulande gefräste Nabe werden importierte Lager eingepresst. Bedeutet das, dass wir in Europa keine Hersteller von Fahrradteilen haben?
Betrachten wir einen Branchenriesen, der als Ikone für Qualität gilt – die Marke DT Swiss. Sie hat ein Konstruktionsbüro in der Schweiz, die Produktion vieler ihrer Komponenten findet in Taiwan und Vietnam statt, aber ein gewaltiger Teil der fertigen Laufräder für den europäischen Markt wird… in Polen, in einem Montagewerk in Oborniki bei Posen, gebaut. Spricht deshalb irgendjemand der Marke DT Swiss den Titel eines Schweizer Herstellers ab?
Bei Dandy Horse gehen wir ähnlich vor und kombinieren erstklassige globale Komponenten mit unserem Know-how:
- Felgen: Polnisches Design, Produktion in China.
- Speichen: Wir verwenden ausschließlich Sapim-Speichen, die in Belgien hergestellt werden.
- Naben: Wir setzen auf in Taiwan hergestellte Schweizer DT Swiss Naben sowie auf unsere eigenen TCN-Naben (ebenfalls in Taiwan produziert).
- Produktion: Dandy Horse Laufräder entstehen in unserer Werkstatt in Warschau, in Polen, innerhalb der Europäischen Union.

Die Kunst des Laufradbaus in Warschau
Jeder Dandy Horse Laufradsatz wird in unserer Werkstatt in Warschau von Hand gebaut. Genau hier, in der Jordanowska-Straße, geschieht das Wichtigste: die sorgfältige Auswahl der Komponenten, das penible Einspeichen, das aufmerksame Zentrieren, das mehrfache Abdrücken der Speichen und die Stabilisierung. Durch diesen Prozess erhalten unsere Laufräder die Haltbarkeit, für die sie bei ihren Nutzern bekannt sind.

Ist Dandy Horse also ein polnischer Hersteller von Fahrradlaufrädern? Unserer Meinung nach – definitiv ja. Wir bieten Kaufberatung, gewähren eine lebenslange Garantie sowie ein Crash-Replacement-Programm und übernehmen die volle Verantwortung für das Endprodukt. Und welchen Unterschied das im Vergleich zu den sogenannten „Billig-Importen“ macht, erfahren deren Nutzer oft schmerzhaft nach dem ersten Defekt.



